LANDESARMUTSKONFERENZ-BW e.v.

Menschenrechtsgruppe Weingarten-Ravensburg trifft sich einmal im Jahr – so auch am 04.07.2026

Das gestrige Treffen der Menschenrechtsgruppe ist vor weit über 10 Jahren erstmals entstanden. Zurück geht es auf Initiative von Hans Walz, der als damaliger Hochschullehrer, erste Publikationen zu Menschenrechten und Sozialer Arbeit herausgegeben hat. Er bezog damals die ersten internationalen Vereinbarungen verschiedener  Vertreter aus mehreren Kontinenten zu Menschenrechten und Sozialer Arbeit in seine Publikationen ein.
Und die sich dort treffenden Gruppe war ein Mix aus drei Ländern, der Schweiz, Österreich und Deutschland. Sie hatte auch enge Verbindungen zur Gemeindepsychologie, so um den Kreis von Heiner Keupp, Jarg Bergold oder Wolfgang Stark, der erstmals das Buch „Empowerment“ 1982 veröffentlichte.
In diesem Jahr 2026 stand das Treffen unter dem Motto, Berichte und Vernetzungen.
Es gab drei Beiträge von Reiner Zitzmann, Edi Martin und Heinz Allgaüer-Hackl.
Zitzmann fasste seine Schlussvorlesung an der DH Villingen-Schwennigen im Februar 2026 zusammen, wo er über Psychosomatik und Kunst sprach. Dem Grunde nach ging es um Kreativität des Menschen und deren Auswirkungen auf die Einheit von Körper und Seele/Geist/Emotion.
Edi Martin, Zürich legte dar, wie die US-Amerikanerin Jane Addams aus Chicago bereits vor dem 1. Weltkrieg mit einer internationalen Frauenvereinigung versuchte, das anstehende Grauen zu verhindern. Sie, die das Pionierprojekt Hull House in Chicago gegründet hatte, sie versuchte, die Mächtigen in den beteiligten und neutralen Ländern, zu einer Friedensmission zu bewegen. Sie verurteilte den Kriegseintritt 1917 der USA, bedauerte die Friedensverträge von Versailles 1919, die dem Deutschen Reich , sowie auch Österreich-Ungarn zahlreiche Gebietsverluste brachten und die Millionen von Reparationen bedeuteten. Jane Addams wurde für ihre Friedens-politik in den USA geächtet, doch später, 4 Jahre 1932 vor ihrem Tod 1936 verlieh man ihr den Friedensnobelpreis. Ihre Wirkung auf die Soziale Arbeit ist bis heute ungebrochen, doch würde es von den europäischen Berufsverbänden eine Renaissance von Jane Addams bedeuten, sich verstärkt in die internationale Friedensarbeit einzubringen. Ein aktueller Appell der lak-bw an den Berufsverband Baden-Württemberg reicht nicht aus!
In einem weiteren Beitrag skizzierte Heinz Allgäuer-Hackl aus Dornbirn, selbst verbunden nach Kolumbien mit persönlichen Kontakten, die Situation in Kolumbien nach der Wahl des Vertreters der Rechten, de Espriella, am vergangenen Wochenende. Der Bewerber der Linken, Cepeda, hat die Wahl knapp mit 250 Tsd. Stimmen weniger, verloren. Die kommende Regierung wird sich ganz im Sinne des US-Präsidenten Trump verhalten und das lateinamerikanische Land als einen Vasallen der USA gerieren.
Es stehen sich zwei Bevölkerungsblöcke gegenüber, das bürgerliche-reaktionäre Lager der Mitte und das linksorientierte volksfront-ähnliche Lager der Linken. Wobei der jetzige Noch-Präsident Gustavo Petro auf die Kraft des Volkes („pacto historico“) setzt. Diese Kraft des Volkes besteht aus Tausenden kleinen Gruppen, die sich vernetzen und zusammenarbeiten. Wenn Allgäuer-Hackl richtig liegt, erhoffen sich diese Gruppe internationale Vernetzung. Daran will das Treffen Weingarten-Ravensburg sich auch zukünftig beteiligen. Wie genau, das soll zwischenzeitlich durch internen Dialog vertieft werden und im kommenden Jahr ganz umfänglich erörtert werden.
Welche Rolle wir dabei als lak-bw spielen werden, das wird interessant sein. Weil wir eindeutig direkte Beziehung zu vielen betroffenen Menschen haben und auch breite kulturelle und politische Netzwerke pflegen.
RS.
Bildquelle: Erstellt durch KI

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