LANDESARMUTSKONFERENZ-BW e.v.

Vernissage Sepp Mahler, Stuttgart, 28.05.2026 Eine Zusammenfassung

Sepp Mahler: Leben….trotz Alledem!

– Eine Retrospektive: Leben und Werk (1901 – 1975) –

Das Motto dieser Retrospektive kam bei den Besuchern überraschend gut an. Die Grussworte griffen mehrfach dieses Motto auf. Nicht nur das Leben des Sepp Mahler war von diesem „Trotz Alledem“ gekennzeichnet, sondern auch das derzeitige Lebensgefühl – internationale Krisen und der Genozid an der Natur in vielerlei Dimension – hat starken Bezug zu diesem Motto.

Nach Begrüssung der Versammlung von rund 70 Personen – trotz Ferienzeit in BaWü – erfolgten mehrere Grussworte. Grussworte des Vertreters des Sozialministeriums, des Fördervereins Sepp Mahler aus Bad Wurzach, der Gewerkschaft Region Stuttgart und des Basis-Vereins, der lak-bw, der Verbände der Wohlfahrt, des MCM Mulhouse. Ergänzt durch einen Spontanbeitrag von Elke Allgaier von der Staatsgalerie Stuttgart mit Verweisen auf Mahlers Zeichnungen in den dortigen Archiven.

Allen Grussworten gemeinsam war der Blick auf Sepp Mahler, sein Leben und sein Gesamtwerk. Besondere Hinweise gab es durch Walter Böttiger auf das lyrische Werk des Sepp Mahlers, aus dem er zitierte. Martin Wolf aus Bad Wurzach verwies auf die nicht unerheblichen Bemühungen, das Lebenswerk des Sepp Mahlers  – gemeinsam mit Adelgund Mahler – in seiner Vielfalt zu erhalten. Die lak-bw-Vertreterin, Doris Kölz, deutete an, dass die Vision besteht, für 2029 ein gemeinsames Werk zu 100 Jahre Vagabundenkongress zustande zu bringen.

Dem Galeristen Volker Sonntag aus Ehingen blieb Raum für seinen Hauptvortrag „Aktualität Sepp Mahler“. In einem ausführlichen Gang durch die Lebensgeschichte des Sepp Mahlers skizzierte er dessen Visionen eines anderen Zusammenhangs von Mensch-Natur-Kosmos. Dieser Vision arbeitete Sepp Mahler „trotz alledem“ zu. Diese Visionen finden sich in Mahlers Werken, die in Stuttgart mit rund 50 Bildern zu sehen sind. Sie finden sich aber auch in seinem lyrischen, seinem poetischen wie philosophischem Werk. In einem Schlussfazit verdichtete dann Volker Sonntag seine Einschätzungen: Es bedürfe mehrerer Menschen – in der heutigen Zeit der Aufrüstung und Hochrüstung – wie Sepp Mahler, um Alternativen von Leben zu zeigen.

Oder wie es einer der französischen Besucher, Michel Müller, aus Mulhouse ausdrückte: „Sepp Mahler – heute interpretiert – bedeutet: dieser Mahler ein hoch politischer Mensch.“

Adelgund Mahler führte mit einem Rundgang eine nicht unerhebliche Zahl von Personen durch die Ausstellung. Bilder des jungen Sepp Mahler um 1915 waren zu sehen, aber auch Bilder aus der NS Zeit, wie auch Bilder des späten Sepp Mahler aus den 60er Jahren.

Angesichts der fortgeschritten Zeit konnten weitere Beiträge bei dieser Vernissage nicht erfolgen. Sie werden aber in einer Dokumentation zu Sepp Mahler Berücksichtigung finden. Darunter ein Beitrag „Vagabondage und Moderne“ wie auch eine „Übersicht zu Sepp Mahler: Leben ….trotz Alledem – was heisst das?“.

R.S.

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